Warum Polycarbonat? Ein Vergleich:

Polycarbonat (PC)

Chemisch – physikalische Eigenschaften:

Polycarbonate sind extrem schlag- und kratzfeste Kunststoffe, die sich durch eine außerordentliche Witterungs- und Altersbeständigkeit auszeichnen. Sie verspröden nicht und behalten ihre schlag- und kratzfesten Eigenschaften über einen weiten Temperaturbereich, ohne dass nennenswerte Mengen an Zuschlagstoffen erforderlich sind. Sie sind beständig gegenüber Wasser, vielen Mineralsäuren und wässrigen Lösungen von neutralen Salzen und Oxidationsmitteln. Auch einige unpolare organische Lösungsmittel wie Kohlenwasserstoffe und viele Öle und Fette greifen Polycarbonate nicht an. Polycarbonat ist bei 120°C sterilisierbar.

Ökologische Aspekte und zu beachtende Sicherheitsaspekte:

Polycarbonate sind physiologisch völlig unbedenklich und werden verbreitet für Medizingeräte eingesetzt. Sie können selbstverlöschend ausgestattet werden, im Brandfall sind außer den üblichen Schwelprodukten, die bei jeder organischen Verbindung im Brandfall entstehen, keine weiteren Stoffe gefunden worden. Polycarbonate sind Eco-Label fähig: Blauer Engel. TCO, Nordic Swan, EU Flower schreiben unter anderem vor, dass die eingesetzten Kunststoffe frei von krebserregenden und erbgutverändernden Substanzen oder die Flammschutzpakete frei von Brom, Chlor und Antimon sein müssen. Polycarbonate sind halogenfrei nach DIN 0472

PVC:

Chemisch – physikalische Eigenschaften:

PVC ist ein sehr harter und spröder Kunststoff, dessen Härte und Sprödigkeit bei tieferen Temperaturen stark ansteigt. PVC ist sehr witterungsbeständig und praktisch biologisch nicht abbaubar. Reines PVC ist jedoch chemisch instabil. Alle PVC Sorten müssen zum Teil in beträchtlichem Maße mit Antioxidationsmitteln, UV - Stabilisatoren oder Thermostabilisatoren stark stabilisiert werden. PVC ist sehr hart und spröde. Die Zugabe von Weichmachern erhöhen die Elastizität, chloriertes Polyethylen die Schlagzähigkeit. Durch die Einmischung von Weichmachern verliert PVC jedoch seine selbstverlöschenden Eigenschaften. PVC zeigt nur eine sehr geringe Temperaturbeständigkeit: Unter Belastung beträgt die Dauergebrauchstemperatur lediglich 40 - 60°C, ohne Belastung ca. 80°C.

Ökologische Aspekte und zu beachtende Sicherheitsaspekte:

Weichmacher in PVC tendieren zur Diffusion, sodass nach einer bestimmten Gebrauchszeit eine Versprödung zu beobachten ist. Die eingesetzten Weichmacher sind physiologisch zum Teil als problematisch einzustufen. Gleiches gilt für die in nicht unerheblichen Mengen eingesetzten Stabilisatoren. Das Umweltbundesamt schreibt hierzu:
„Der menschliche Organismus nimmt PVC-Weichmacher in höheren Mengen auf, als bisher angenommen. Besonders gefährdet sind Kinder. Die weit verbreiteten Weichmacher Phalate gelten als höchst gesundheitsgefährdend, weil sie in den Hormonhaushalt des Menschen eingreifen und die Fortpflanzung bzw. Entwicklung schädigen“
Unabhängig davon ist PVC im Brandfall außerordentlich problematisch, da es in der Hitze unter starker Entwicklung von Rußpartikeln zu über 50 Gewichtsprozent in reinen Salzsäure - Dampf zersetzt wird. Dieser reagiert teilweise mit den anderen Schwelprodukten im Ruß und der entstehende Rauch und Ruß enthält dann polykondensierte Aromaten, wie Benz(a)-Pyren, Pyren und Chrysen, die hochgiftig und karzinogen wirken.